Vorsorge
Notfallplanung
Was geregelt sein muss – bevor es jemand anderes entscheidet.
Die meisten Menschen regeln diese Dinge nie – bis es zu spät ist. Ich helfe dir, die richtigen Dokumente zu identifizieren, zu verstehen und in deiner Lebenssituation sinnvoll umzusetzen.
Die wichtigsten Dokumente
Was du regeln solltest
Patientenverfügung
Ein schriftliches Dokument, in dem du festlegst, welche medizinischen Maßnahmen du willst – oder nicht willst – falls du nicht mehr selbst entscheiden kannst. Sie greift bei Bewusstlosigkeit, Koma, schwerer Demenz oder anderen Zuständen, die eine eigene Entscheidungsfähigkeit ausschließen.
Was es regelt
- Wiederbelebung
- Künstliche Beatmung
- Künstliche Ernährung
- Schmerzbehandlung auch bei lebensverkürzender Wirkung
- Organspendebereitschaft
Ohne Patientenverfügung entscheiden andere – im Zweifel Menschen, die nicht wissen, was du wirklich wolltest.
Vorsorgevollmacht
Du bevollmächtigst eine Person deines Vertrauens, in deinem Namen zu handeln – wenn du es selbst nicht mehr kannst. Sie greift bei Unfall, Krankheit oder psychischer Einschränkung, sobald du nicht mehr geschäftsfähig oder erreichbar bist.
Was es regelt
- Gesundheitsentscheidungen
- Bankgeschäfte und Finanzen
- Behördengänge und Verträge
- Wohnungsangelegenheiten
- Vertretung gegenüber Behörden, Gerichten und Versicherungen
Ohne Vorsorgevollmacht kann selbst der engste Angehörige nicht einfach für dich handeln – das Gericht muss einen Betreuer einsetzen.
Betreuungsverfügung
Du legst schriftlich fest, wen das Gericht als deinen gesetzlichen Betreuer einsetzen soll – falls keine wirksame Vorsorgevollmacht existiert oder diese nicht ausreicht. Sie greift, wenn du nicht mehr selbst entscheiden kannst und das Gericht aktiv wird.
Was es regelt
- Wer als Betreuer eingesetzt werden soll
- Wer ausdrücklich ausgeschlossen werden soll
- Wünsche zur Lebensführung (Wohnort, Pflegeheim, religiöse Aspekte)
- Umgang mit Finanzen und Gesundheitsentscheidungen
Tierverfügung
Eine schriftliche Regelung, wer sich um deine Tiere kümmert, falls du es selbst nicht mehr kannst – durch Unfall, Krankheit oder Tod. Sie greift sofort, denn Tiere brauchen tägliche Versorgung – das duldet keinen Verzug.
Was es regelt
- Wer die Tiere übernimmt (Hauptperson und Backup)
- Finanzielle Absicherung der Tierversorgung
- Medizinische Informationen (Tierarzt, Medikamente, Besonderheiten)
- Unterbringung, falls kein Übernehmer sofort verfügbar ist
Tiere sind rechtlich Sachen – sie erben nicht und werden nicht automatisch versorgt.
Notfallordner
Ein physischer oder digitaler Ordner, der im Ernstfall alle wichtigen Informationen bündelt – für Angehörige, Betreuer oder Behörden. Wer auch immer ihn aufschlägt, weiß sofort, was zu tun ist. Im Notfall herrscht Stress. Dokumente werden gesucht, Fristen verpasst, falsche Entscheidungen getroffen – weil niemand weiß, wo was ist. Ein guter Notfallordner verhindert genau das.
Testament / Erbvertrag
Ohne Testament gilt die gesetzliche Erbfolge – die entspricht oft nicht dem, was man wirklich will. Besonders bei Patchworkfamilien, unverheirateten Paaren oder Unternehmensbeteiligungen kann das zu ernsthaften Problemen führen.
Was es regelt
- Testament: Einseitige, jederzeit änderbare Verfügung über die Verteilung des Vermögens nach dem Tod.
- Erbvertrag: Vertragliche Einigung zwischen zwei oder mehr Personen über die Erbfolge – bindend für alle Beteiligten, nicht einseitig änderbar.
Digitaler Nachlass
Alle digitalen Konten, Daten und Vermögenswerte, die eine Person hinterlässt – von E-Mail über Social Media bis hin zu Kryptowährungen oder digitalen Abonnements. Angehörige wissen oft nicht, was existiert – und kommen im Ernstfall trotzdem nicht ran.
Was es regelt
- Inventar erstellen: Welche Konten existieren, wo liegen die Zugänge?
- Zugang ermöglichen: Passwort-Manager mit Notfallzugang; bei Krypto Private Keys und Seed Phrases sicher hinterlegen.
- Wünsche festhalten: Was soll gelöscht, was erhalten bleiben? Wer verwaltet Social-Media-Profile?
- Digitalen Nachlass-Beauftragten benennen: In der Vorsorgevollmacht oder einem separaten Dokument.
Unternehmervollmacht
Eine spezielle Vollmacht, die sicherstellt, dass ein Unternehmen handlungsfähig bleibt, wenn der Inhaber oder Geschäftsführer plötzlich ausfällt – durch Unfall, Krankheit oder Tod. Die private Vorsorgevollmacht regelt das Privatleben – sie greift aber nicht automatisch im Unternehmen.
Wer als Geschäftsführer oder Selbstständiger ausfällt, lähmt ohne Regelung sofort den Betrieb: Verträge können nicht unterzeichnet, Mitarbeiter nicht bezahlt, Entscheidungen nicht getroffen werden. Die Unternehmervollmacht schließt diese Lücke – und sichert damit nicht nur das Unternehmen, sondern auch Mitarbeiter, Kunden und Geschäftspartner ab.